Style Guide: Fashion Trends für Ladies um 1800

Mode ist Wandel – das galt schon im 18. Jahrhundert. Selten aber war ein Wandel so auffallend wie im sogenannten romantischen Zeitalter zwischen 1785 und 1820. Bis in die 1780er Jahre war Frankreich die führende Weltmacht und das Königreich der Mode gewesen. Jeder ahmte den französischen Stil und französisches Design nach. Doch mit der französischen Revolution und dem Aufstieg Napoleons änderte sich alles:

  • Französische Trendsetter und ihre Näherinnen und Schneider flohen vor dem Terror der französischen Revolution nach England. London wurde das neue Modezentrum Europas.
  • Der Kleidungsstil der Aristokratie – überreiche Spitze, Brokat und Seide – war ‚out‘. Die Mode spiegelte die neuen Ideale: Freiheit, Naturverbundenheit und die früh-demokratischen Prinzipien des alten Roms und der griechischen Antike.
  • Napoleons Handelblockade – die sog. Kontinentalsperre – schnitt England von seinen bisherigen Märkten ab. Dies betraf auch den Textilmarkt. Auf der Suche nach neuen Handelspartnern entdeckte England neue Stoffe. Diese wiederum erlaubten andere Schnitte und damit einen anderen Stil.

Ich habe für Sie einige Fotos von Kleidern aus den Jahre 1740 bis 1825 zusammengestellt. Folgen Sie mir in die Welt der Damenmode des 18. Jahrhunderts. Weiterlesen

Alles mini: Zauberhafte Welt der Puppenhäuser

Very British: Mini-Billiardzimmer im Puppenhaus

Very British: Mini-Billiardzimmer im Puppenhaus

Puppenhäuser gehören nicht in Kinderhände! So dachten zumindest die Menschen des 18. Jahrhunderts. Die ersten Puppenhäuser waren Sammelobjekte für Ladies, auf das Feinste ausgestattet mit kostbaren Miniaturgegenständen. Nur die Reichen konnten sich solche Spielereien leisten. Die Leidenschaft für die edle Gestaltung von Puppenhäusern ging soweit, dass diese oft als Kleinkopie der prächtigen Häuser ihrer Besitzer nachgebaut wurden, originalgetreu vom Dach bis zu den Möbeln.

Auch heute widmen sich zahllose Hobbykünstler hingebungsvoll dem Bau exquisiter Puppenhäuser. Zu den Stars der Szene gehören Caroline Hamilton und Jane Fiddick aus Großbritannien. Sie bauen nicht nur, sie sammeln auch. Über die Jahre kamen so mehr als 70 zauberhafte Häuser zu den unterschiedlichsten historischen Themen zusammen. Doch es braucht viel Platz, um eine solche Sammlung der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Glücklicherweise haben die Puppenhäuser in einer Daueraustellung auf dem Anwesen von Newby Hall in Yorkshire  ein Zuhause gefunden.

Ich habe einige Fotos der schönsten Modelle und ihrer charaktervollen Bewohner für Sie zusammengestellt.  Lassen Sie sich von filigraner Handwerkskunst, pfiffigen Szenenbildern und liebevoll gestaltete Figuren verzaubern. Weiterlesen

Die 12 schönsten Bibliotheken in britischen Herrenhäusern

bild2Im 18. Jahrhundert waren Bücher ein Luxusgut. Gut gefüllte Buchregale waren daher sowohl ein Zeichen von hoher Bildung als auch von hohem Einkommen. Je mehr Bücher zu einem Statussymbol wurden, desto wichtiger war es, sie in einer erlesenen Privatbibliothek zur Schau zu stellen. So entwickelte sich die Bibliothek von einem Rückzugsraum für Studien zu einer Bühne, um Besucher zu empfangen.

Gelesen wurde natürlich weiterhin. Der gebildete Gentleman verfügte typischerweise über die Werke Shakespeares und Homers, in Leder gebundene Atlanten, zahlreiche Wörterbücher in den Sprachen der klassischen Antike, Reisebeschreibungen mit Kupferstichen aus Griechenland und Rom sowie religiöse Traktate und Geschichts- und Philosophiebücher. Romane fanden sich selten in den Regalen. im 18. Jahrhundert was der Roman das Schmuddelkind der Literatur – nur Frauen lasen so etwas.

Alle, die Bücher lieben, finde hier meine Liste der 12 schönsten Bibliotheken in britischen Herrenhäusern. Welche ist Ihr persönlicher Favorit? Weiterlesen

Testflug mit Kutscher: Das erste Gleitflugzeug

governable-parachuteWir schreiben das Jahr 1792 in England. Ein junger Mann, gerade 19 Jahre alt, träumt vom Fliegen. Er hat die Skizzen der Flugmaschinen studiert, die Leonardo da Vinci rund 300 Jahre vor ihm gemacht hat. Entschlossen, den Traum vom Fliegen endlich Wirklichkeit werden zu lassen, greift der junge Mann zu Papier und Feder und beginnt, selbst eine Flugmaschine zu entwerfen. Weiterlesen

Englische Fotomomente: Eine Dampflok im Moor

Bild14Goathland, ein Dorf mitten im Moor von Yorkshire. Die meiste Zeit geht es hier beschaulich zu. Doch mehrmals am Tag ist Spannung zu spüren. Dann strömen Besucher zum Bahnhof. Kameras werden gezückt. Hälse recken sich. Und dann kommt sie: Die historische Eisenbahn.

Goathland Station ist eine der schönsten Stationen der North Yorkshire Moors Railway. Der Bahnhof wurde um 1865 gebaut und dem Stil der Zeit zum letzten Mal im Jahr 1908 angepasst. Viel nostalgisches Flair also. Das weiß auch das Filmbusiness zu schätzen. In den Harry-Potter-Filmen diente Goathland als Station Hogsmeade. Weiterlesen

15. August 1814, Carlton House

07 Carlton House„Endlich wieder in London! Zum Ausruhen ist aber keine Zeit, denn der Prinzregent hat mich zu einem Empfang eingeladen.“


Eine Einladung von Prinzregent George war eine hohe Auszeichnung. Seine Feiern waren legendär. Er sammelte die Crème de la Crème der High Society um sich und bewirtete sie großzügig in seiner Residenz Carlton House.

Carlton House machte dem Ruf des Prinzen als Kunstkenner und Verschwender alle Ehre. George hatte das Haus im Jahr 1783 geerbt und mehrfach nach seinen eigenen Vorstellungen umgebaut. Sein Großmutter hatte ihm dazu die Summe von 60.000 Pfund (rund £ 2 Mio. in heutiger Währung) zur Verfügung gestellt. Allein für die Möbel gab George 260.000 Pfund (£ 14,5 Mio in heutiger Währung) aus. Er musste seinen Vater zweimal um Kredit anpumpen, und auch das reichte nicht. Weiterlesen

8. August 1814, Polesden Lacey

04 Polseden Lacy 2„Nicht jeder will sich vom amerikanischen Kongress helfen lassen.“


An glanzvollen Auftritten hatte der Dramatiker und Politiker Richard Brinsley Sheridan (1751 – 1816) immer Freude. Auf seinem Landsitz Polesden Lacey bewirtete er seine Gäste großzügig. Doch sein verschwenderischer Lebensstil brachte ihn um 1812 in finanzielle Schwierigkeiten. Weiterlesen

5. August 1814, Knole House

02 Knole Park 2„Keine Treppe führt dorthin, wo ich ankommen möchte.“


Knole House ist ein sogenanntes Kalenderhaus. Es hat 365 Räume, 52 Treppen, 12 Eingänge und 7 Höfe.
Nicht alle Gäste des Hauses fanden auf Anhieb den Weg von ihrem Zimmer zu ihrem Gastgeber. Die Autorin Virginia Woolf beschreibt diese Schwierigkeiten in ihrem Tagebuch: Weiterlesen